Wutentbrannt

Am nächsten Morgen kriechen wir sehr spät aus den Federn. Wir merken, in dieser Gruppe herrscht Einigkeit. Keiner hat das Bedürfnis, früh morgens aktiv zu sein. Da wir alle das FKK lieben, haben wir auch keine Probleme, uns nackt voreinander zu bewegen. Alles ist völlig natürlich. Gestern habe ich bereits beobachtet, dass die Lady meinem Mann oft um den Hals fällt, ihn küsst und mit ihm flirtet. Diese Zuwendungen schenkt sie ihrem Mann extrem selten. Ich beobachte, ich registriere!! Und noch etwas stelle ich fest: Die verdammten Mücken lieben mich. Ich bin schon heftig zerstochen und ich reagiere mit richtig grossen, juckenden Pusteln. Na suuuper. Unsere schöne Essecke im Aussenbereich, kleiden wir mit Mückennetzen ein. So können wir das Frühstück an der Sonne geniessen, ohne als lebende Blutbank herhalten zu müssen. Kaum bewege ich mich draussen, ist der Mückenspray mein ständiger Begleiter!

Nach dem Frühstück wandere ich zur Saunahütte und mein weiterer ständiger Begleiter Mr. Nimmersatt ist bei mir. Ich erkläre, ich möchte alles sauber machen und einrichten, damit wir am Abend duschen und saunieren können. Er geht mir tatkräftig zur Hand. Wir sind eine ganze Weile beschäftigt, plaudern bei der Arbeit miteinander und so nach und nach sehen die Dusche, die Saunabänke und der Boden zu meiner Zufriedenheit aus. Gemütlich schlendern wir zum Blockhaus zurück und Lady Nimmersatt klettert nackt und völlig zerzaust die Leiter vom Schlafraum herunter und........ mein Mann hinterher. Völlig geschockt bleibe ich stehen und betrachte die beiden. Ich steige die Leiter hoch und aus meinen tiefsten Inneren steigt masslose Wut, gewaltige Wut. Mein Bett ist völlig mit den Säften der Lady eingesaut, ein riesiger See Squirting hat sich auf meinem Leintuch und meiner Matratze ausgebreitet. Ich bin fassungslos, was für ein unverfrorenes Miststück. Wir können hier nichts in eine Waschmaschine schmeissen, wir können nichts desinfizieren und sie saut meine Schlafstelle komplett ein. Nimmt sich meinen Mann, ohne zu fragen oder was abzusprechen. Mir wird vor Zorn speiübel, kein guter Zustand. Als ich wutentbrannt die Leiter runtersteige, sagt mein Mann: "Wir haben nicht miteinander geschlafen, ehrlich nicht! Und ihr zwei hattet sicher auch euren Spass!" Ohhhhhh, langsam wird es brandgefährlich: "Ist mir doch schlussendlich scheissegal, ob Dein Penis in ihr war, oder nicht! Ihr wart heftig intim miteinander, ohne irgendeine Absprache und das in MEINEM BETT! Ich hab mit Mr. Nimmersatt die Dusche geputzt. UND JETZT LASST IHR MICH ALLE IN RUHE!" Ich laufe los, wende mich nochmals um und sage bitterböse drohend zu der Lady: "Und Du...... machst mein Bett piekfein sauber. Ich wünsche eine trockene Matratze, ich wünsche ein frisch gewaschenes Leintuch, ohne einen Fleck. Wie Du das machst, ist mir egal, Du machst es. Und nie mehr wirst Du auch nur eine halbe Pobacke auf mein Bett setzen!" Schweigend und mit grossen Augen schaut mich die Lady an. Ich gehe davon. Mr. Nimmersatt will mich noch mit beschwichtigenden Worten aufhalten. Ich hebe die Hände beim Weggehen und fauche: "Lass es!"

Ich suche mir ein einsames Plätzchen am Ufer, ein weiteres Mal steigt ein immenser Schwall Zorn in mir auf. Ich lasse es einfach zu! Dann gehe ich nach und nach ins Yoga, atme, entspanne, suche meine Mitte, versinke im Hier und Jetzt. Ich sitze am See und finde nach und nach die Ruhe wieder. Nach einer Stunde bin ich wieder fähig, klar zu denken, die erlebten Emotionen aussen vor zu lassen. Ich sitze noch lange Zeit da und suche eine Lösung. Wir sind hier auf der Insel, sehr nah aufeinander. Eigentlich zu nah. Wir können uns das Leben zur Hölle machen oder einen gesitteten Neuanfang starten. Aber wie? Nach einer weiteren Stunde bin ich geerdet und ich denke, ich habe eine gute Lösung gefunden. So kehre ich zu den anderen zurück. Alle drei beobachten mich vorsichtig und versuchen meine Stimmung einzuordnen. Befriedigt registriere ich, dass mein Leintuch frisch gewaschen an der Sonne trocknet. Ich setze mich mit allen zusammen und präsentiere Ihnen meine Lösung: "Wir werden hier die nächsten 14 Tage zusammenleben und das müssen wir irgendwie regeln.

Regel Nr. 1: In erster Linie verbringe ich Urlaub mit meinem Mann. Wir sind ein Paar und ich werde niemals bei ihm anstehen, damit ich einen Kuss bekomme, weil eine andere Lady an seinem Hals hängt.

Regel Nr. 2: Mein Bett ist tabu und ich wünsche, dass soviel Vorsicht genommen wird, dass nicht die Nachmieter der Insel in "von unseren Hinterlassenschaften getränkten" Matratzen schlafen müssen. Rücksicht auf die gegebenen Umstände heisst ab sofort das Zauberwort.

Regel Nr. 3: Wir bewegen uns hier in verschiedenen Zeiten. Es gibt eine Zeit zu Viert, eine reine Partnerzeit, eine Solozeit und eine Tauschzeit.

Die Zeit zu viert besteht aus der Gemeinschaft, das Zusammenleben, gemeinsame Kanutouren, Ausflüge zu viert.

Die reine Partnerzeit besteht daraus, dass sich ein Paar auch aus der Gemeinschaft zurückzieht, eine Kanutour zu zweit unternimmt, usw. Auch das Übernachten mit dem eigenen Partner gehört dazu

Die Solozeit soll auch möglich sein. Ich möchte mich ins Yoga alleine zurückziehen, auch mal ein Buch irgendwo am Ufer lesen. Oder mein Mann will ganz alleine mit dem Kanu auf den See.

Und als letztes wollen wir die Tauschzeit ausleben. Nur auf Absprache und nur wenn alle damit einverstanden sind, geniessen wir die Erotik mit dem Tauschpartner. Sollte einer von uns es nicht wollen, ist es einfach gegessen. Alle vier gleichzeitig oder gar nicht.

Könnt ihr damit leben?"

Die anderen drei schauen mich an und antworten: "Das ist fair und eine sehr gute Sache. Wir sind damit einverstanden!"

Ich bin erleichtert und sage erfreut: "Na, dann stossen wir auf eine richtig gute und auch geile Zeit auf der Insel an!!"

Ich mag es nicht, nachtragend zu sein. Für mich ist der Fall erledigt. So lange die Regeln beachtet werden, bin ich sehr friedlich und umgänglich, gehe freundschaftlich mit dem Gegenüber um. Wir kochen uns ein gutes Abendessen und Friede kehrt ein. Ich ziehe mich mit meinem Mann zu einer weiteren Aussprache zurück. Die ganze Situation diskutieren wir durch. Er erklärt mir, dass er sich das Zusammenleben hier auf der Insel in purer Freiheit vorgestellt hat. Da wir uns mit den Nimmersatten immer getroffen haben, um hauptsächlich die Erotik auszuleben, hat er sich einfach von seinen Trieben leiten lassen und sich schlichtweg nichts dabei gedacht. Ich erkläre ihm: "Es stört mich in erster Linie, dass Lady Nimmersatt einen immensen Anspruch auf Dich erhebt. Ihren Mann beachtet sie kaum, es finden keine wirklichen Zärtlichkeiten zwischen ihnen statt. Es kommt mir immer wieder so rüber: "Mein Mann kann haben wer will!" Sie packt sich gierig alles Gewollte. Sie lässt sich nicht geben, was das Gegenüber auch bereit ist, zu geben!" Es ist meinem Mann klar geworden, dass hier massive Uebergriffe und Respektlosigkeiten gegenüber mir passiert sind. Er nimmt mich in den Arm und entschuldigt sich dafür, dass er es nicht bemerkt und gestoppt hat. Zudem findet er meine Lösung genial und er denkt, so werden wir eine coole Zeit geniessen. Nun erzählt er mir grinsend, dass Lady Nimmersatt so einen Heidenrespekt vor mir hatte, dass sie eine halbe Stunde schlotternd bis zu den Waden im bitterkalten See gestanden ist, um mein Leintuch wieder sauber zu kriegen. Dann ist sie noch wie eine Verrückte am Matratzenschrubben gewesen und hat sich wirklich ins Zeug gelegt. Jaaaa, mein Mitleid hält sich doch in Grenzen. Das saubere Bett freut mich, aber das war sie mir auch schuldig!!! Mein Mann siniert noch: "Vielleicht hat Lady Nimmersatt jetzt einen Dom UND eine Domina??? Ihrem Benehmen ist das sicher nicht abträglich!" Wir müssen beide lachen.

Am Abend bringen wir die Sauna in Gang. Es braucht über 2 Stunden gutes Einheizen des Holzofens bis die Saune eine gute Hitze bietet. Um 22.30 Uhr betreten wir die Saunahütte, nützen den eingeheizten Ofen, um warmes Wasser für die Dusche zu kochen. Wir setzen uns in den wunderbaren heissen Dampf. Als wir richtig durchgeschwitzt sind, hat die Dämmerung langsam eingesetzt. Jetzt erleben wir unser erstes Highlight, das unsere Seele berührt. Im Halbdunkeln gleiten wir splitterfasernackt in den stillen, dunklen, eisigkalten See. Wir sind innig mit der Natur, mit den Elementen verbunden und schwimmen schweigend unter dem langsam erwachenden Sternenhimmel in der absoluten Einsamkeit. Die Stimmung nimmt mich voll mit, ich schwebe durch das Wasser und spüre die pure Lebensfreude.

Nordland-Feeling-Sauna-Gang und Abkühlung in der Abenddämmerung

3 x Gänsehaut: eiskalter See - überschäumende Emotionen - totale Einsamkeit

Wir wärmen uns nochmals in der Sauna auf, geniessen eine lauwarme Dusche und kuscheln mit unserem Partner anschliessend ins Bett. Boaaahh, kann das Leben ergreifend schöne Momente bieten.