Verschobene Wahrnehmung

Ein Paar hat uns auf der Freundesliste der Tiger entdeckt. Sie waren mit den Tigern und mit dem Paar Nimmersatt aktiv. Nun sind sie sehr neugierig auf uns. Sie kommen überaus sympathisch rüber, wecken damit unser Interesse. Bei den Tigern fragen wir nach, ob es ok ist, wenn wir sie treffen? Kein Problem. Mit einem Augenzwinkern sagt mir die Tigerlady, dass der Herr sehr schön berühren kann und wisse, was eine Frau heiss werden lässt. So sagen wir ohne Bedenken zu. Es wäre auch richtig schön, wenn sich irgendwann die Möglichkeit ergibt, sich mal zu sechst erotisch zusammen zu finden. Diesen Gedanken behalten die Tiger und wir im Hinterkopf.

Es benötigt einige Zeit, bis wir endlich einen passenden Termin finden. Als Kennenlerndate ist ein gemütlicher Abend im Restaurant mit einem gemeinsamen Dinner geplant. Pünktlich treffen wir ein. Sie sitzen bereits so am Tisch, dass sie deutlich zu verstehen geben, sie wünschen eine getauschte Sitzordnung. Mit einer innigen Umarmung begrüssen wir uns und ich setze mich mit einem Lächeln neben den Herrn. Sie sind etwas älter als wir, wortgewandt und unterhaltsam. Bis jetzt fühlt sich alles passend an. Beim Essen führen wir interessante Gespräche über die Erfahrungen in der magischen Welt des Swingens und der Erotik. Viele Erkenntnisse decken sich. Die beiden sind ebenfalls sehr, sehr lange ein Paar, sogar viel länger als wir. Das Swingen, der Partnertausch und die Clubbesuche haben ihre eingeschlafene, festgefahrene Sexualität wieder hochgradig belebt und ein Feuer für stundenlange Erotik entfacht. Sie lieben, wie wir, den Slowsex, Partnertausch und getrennte Räume. Ein Unterschied besteht: Im Gegensatz zu uns ist ihnen die Optik das Wichtigste. Nur eine perfekte Erscheinung für's Auge ist beiden erregend genug, um Partnertausch überhaupt zuzulassen. Aus diesem Grund haben sie sich die letzten Monate nur mit viel jüngeren Paaren treffen wollen, was gemäss ihren Erfahrungen sehr schwierig, die Trefferquote sehr gering ist. Für ihr Auge sind viele Menschen in unserem Alter in etlichen Belangen erheblich aus der "Façon" geraten und dadurch sehr unerotisch. Nun bringe ich meine persönlichen Erfahrungen zum Ausdruck: "Ich stelle fest, mir nützt ein schöner Anblick überhaupt nichts. Wenn das Gegenüber mich weder mit der Sprache, noch mit der Aura, Energie, dem Geruch und seiner Art des Berührens erfreuen kann, ist eine erotische Begegnung überflüssig, viel zu steril. Will ich mein Auge erfreuen, kann ich ein Bild, einen Film anschauen, möchte ich pure Erotik erleben, ist die Optik zweitrangig. Dafür ist ein sehr gepflegtes, sauberes, frisch geduschtes Gegenüber absolutes "Must"! Das ist meine Meinung darüber. Und ich bin mit dieser Einstellung in der Erotik sehr glücklich geworden." Meine Gedanken rasen durch die Gehirnwindungen. Ich frage mich, was sie denn mit uns wollen? Ich bin nicht perfekt, mein Mann hat ein Handicap? Visuell gesteuerte Menschen können doch mit uns überhaupt nichts anfangen? Für ihr Beuteschema sind wir 10 Jahre zu alt. Sie waren ebenfalls sehr nachdenklich und antworten nun auf meine Ausführungen salopp: "Für uns muss halt alles stimmen!" Ich schaue die beiden schräg an und frage direkt: "Was stellt ihr euch mit uns vor?" Er lächelt und sagt: "Wir haben gehört, mit euch zwei kann man richtig Spass haben, unkomplizierten Spass!" Mein Mann und ich lachen lauthals: "Ja, wenn es passend ist, leben wir uns aus!" Beide erklären, dass sie uns sehr sympathisch finden, es gerne versuchen wollen, obwohl wir nicht ihrem "normalen Auswahlverfahren" entsprechen. Tja, wenigstens wird nicht endlos um den heissen Brei geredet, sondern sie kommen mit der puren Wahrheit um die Ecke. Beeindruckend. Mein Mann beginnt die Lady mit den Fingerspitzen über den Rücken zu liebkosen, fein, zart, unaufdringlich. Der neben mir sitzende Herr legt den Arm um mich, fährt über Oberschenkel und Knie, während er mich fragend anschaut. "OK, dann wollen wir langsam bezahlen und schauen, ob wir heiss genug aufeinander sind. Wir sind ja erwachsen!" höre ich meinen Mann. Während die beiden Herren bezahlen, wendet sich die Lady leise an mich und fragt, was ich denn von Mr. Nimmersatt halte? Ich schaue sie fragend an und sie erklärt, sie habe schon grossen Spass mit ihm, er sei sehr zärtlich, seine Hände, sein orales Spiel sei ein Traum und beim Sex gehe es heftig und ausdauernd zur Sache. Nur seine ganze Art sei oft sehr schwierig. Vor allem nach dem Sex kann sie nicht mehr viel mit ihm anfangen, wird es irgendwie anstrengend! Ich lache und bestätige ihre Ausführungen. Das ist eine treffende Beschreibung. Ja, seine kindliche Art hat mich auch öfters herausgefordert. "Weisst Du, was ich dann mache? Ich sage ihm, er soll wieder einen Gang runterschalten und mal durchatmen. Und wir gehen nach dem Sex immer relativ schnell nach Hause. Ich geniesse nur das, was mir gut tut. Problem gelöst!" Jetzt lacht sie über meine saloppe Art und sagt kichernd: "Coole Lösung!"

Zu viert verlassen wir das Restaurant. Der Herr fragt, ob mein Mann seine Frau mitnehmen und zu ihrem Haus nachfahren möchte, während er mich mitnehmen würde? So könnten wir uns noch ein bisschen kennen lernen. Das ist eine super Idee. So spaziere ich mit dem Herrn zu seinem schicken Sportwagen. Er hält mir galant die Türe auf. Ich frage, ob ich ihn küssen dürfe. Sofort tritt er an mich heran, sanft umarmend zieht er mich an seinen Körper, seine Lippen legen sich auf meine. Ohhhh, er küsst sehr gut, das ist suuuuper lecker. Ich schmelze. Es dauert eine Weile, bis wir uns lösen. Er hilft mir in den Wagen und schliesst die Türe. Die Küsserei hat mich sehr erhitzt. Ich finde es prickelnd, neben ihm zu sitzen und mich zu unterhalten. Im Laufe des Gespräches beginnt er über seine Vorlieben zu sprechen. Vieles ist sehr stimmig. Plötzlich sagt er: "Ich finde dicke Bäuche hässlich, das löscht mir komplett ab. Meine Frau muss immer aufpassen, dass sie ja keine Wampe bekommt, sonst geht bei mir nichts mehr!" Völlig perplex schaue ich ihn an, seine Frau ist eine wunderschöne Erscheinung, die von einer Wampe Lichtjahre entfernt ist. "Du hast einen wunderschönen Bauch!" höre ich sein Kompliment. Ich bedanke mich, kontere im gleichen Atemzug: "Ich finde, jetzt musst Du aber halblang machen. Ich habe keine Kinder geboren und mache seit vielen Jahren beruflich Sport und arbeite körperlich. Wenn jemand seine Frau wegen sowas unter Druck setzt, finde ich das nicht toll. Vor allem in unserer Altersklasse ist es gar nicht angebracht. Wenn ich mir vor Augen führe, wie skeptisch viele Frauen gegenüber ihren Körpern sind, anstatt die Sinnlichkeit zu geniessen, stimmt es mich traurig. Du willst doch nicht behaupten, dass Deine Frau einen zu dicken Bauch hat?" Tatsächlich findet er den Bauch seiner Frau viel zu wabbelig und sie müsse dringend etwas tun. Ich starre ihn sprachlos. "Ich erkenne nur ein einziges Problem: Deine arg verschobene Wahrnehmung!" haue ich ihm aufrichtig und unverblümt um die Ohren. Er lacht über meine direkte Art.

Wir kommen am Zielort an. Ich steige vor einem grossen, edlen Haus aus dem Sportwagen. Mein Mann fährt im gleichen Augenblick mit der Lady auf den Parkplatz. Beim Betreten des Hauses empfängt uns eine sehr gepflegte Ambiente. Wirklich hübsch, ich bin beeindruckt. Mit einem Glas Sekt stossen wir nochmals an und teilen uns in zwei Räume auf. Der Herr geht mit mir in die obere Etage, mein Mann bleibt mit der Lady im Wohnzimmer. Wir betreten eine Art Jugendzimmer, zwei Matratzen liegen frisch bezogen auf den Boden. Langsam zieht er mich an sich, seine Lippen legen sich sanft auf meine, die Küsse sind samtig, warm und sehr lockend, streichelnde Hände gleiten über den Stoff meines Kleides. Alles ist stimmig, ich lasse los. Genussvoll langsam zieht er mir das kurze Kleidchen aus, küsst und streichelt die befreite Haut. Die Erregung steigt und steigt. BH und Slip verlassen meinen Körper. Sein Mund verwöhnt göttlich meine Brustknospen, eine Hand wandert zwischen meine Schenkel. Mit einer stimulierenden Absicht streicht die Hand zwischen die Schamlippen und löst sofort ein Zurückweichen aus. Zu fest, zu direkt, die Libido streikt. Ich bitte ihn inständig um Sanftheit, leite ihn etwas an. Nun hat er mich wieder, passt sich wunderbar an und wird mit einem Lustschub meines Körpers belohnt. Er legt mich auf die Matratze. Sein Mund wandert zur Vulva. Ganz weich und langsam streicht seine Zunge darüber. Wow, ist das geil. Meine Schenkel fallen willig auseinander, meine Weiblichkeit heisst seinen Mund regelrecht Willkommen, die Hände liebkosen die Brustknospen. Das tut so gut, ich bin im tiefsten Genussmodus. Nun kniet er zwischen meine Schenkel, seine Erektion versinkt tief in der Vagina. Meine Beine liegen auf seinen Schultern und er beginnt mit kurzen Stössen. Seine Bewegungen werden grösser. Es ist guter Sex, aber irgendein leicht harter Beigeschmack breitet sich aus. Ich stoppe kurz, angle nach meinem Gleitgel in der Tasche, verteile etwas auf dem Kondom, das seinen Penis umhüllt, und lasse ihn wieder gewähren. Es ist viel besser, aber ich merke, ich bekomme weder die gleiche Durchblutung noch die gleiche immense Erregtheit, die ich sonst immer erlebe, wenn ein Herr mich mit so einem heissen oralen Spiel in die Erotik genommen hat. Ich streichle mich selber mit, so langsam entsteht ein Summen, steigert sich zu einem orgastischen Ziehen. Zum Glück ist der Herr sehr ausdauernd, so habe ich eine Chance, mit der jetzigen zurückhaltenden Reaktion meines Körpers, erotisch in dem Masse zu steigern, dass ich über den berühmten Punkt rüberkippe und einen Höhepunkt erlebe. Mmmhhh, das ist seltsam. Alles stimmig und dennoch fallen wir nicht in die pure Kompatibilität.

Ich lasse die Erektion aus mir gleiten, knie mich neben den Herrn, entferne das Kondom und nehme die Eichel in den Mund. Sofort zieht er mein Becken über sein Gesicht und die Zunge berührt die Labien. In der 69-Stellung beschenken wir uns gegenseitig, ich geniesse in vollen Zügen, spüre ein Vibrieren im Unterleib. Seine Erektion gleitet in meinem Mund vor und zurück, pulsiert deutlich spürbar prall und hart. Eine Woge der Lust erfasst mich, einen Augenblick später strömt ein sanfter, langer Orgasmus durch meinen Unterleib. Ich setze mich auf seinen Schoss, küsse seine heissen Lippen, während ich meine Weiblichkeit an seinem Luststab reibe, der hart und zuverlässig erigiert bleibt. "Darf ich Dich ohne Kondom f.....?" fragt mein heutiger Sexpartner. Ich stoppe meine reibenden Bewegungen und frage völlig konsterniert "Was?" Er wiederholt seine Frage. "Nein, auf keinen Fall! Ich stehe auf und gehe, wenn Du es versuchst." sage ich entrüstet. "Wieso stellst Du mir diese Frage? Swingen und "unsafe" ist ein absolutes Nogo! Mit wem praktiziert ihr Sex unsafe?" frage ich weiter. Die Antwort haut mich fast von den Socken: "Mit den Nimmersatten sind wir immer ohne Kondome aktiv. Und ich dachte, ihr seid ja öfters mit den beiden zusammen, hattet sogar gemeinsamen Urlaub! .............ich vermutete, ihr seht das nicht so eng!" Ich mache zwar auf entspannt, obwohl es erneut in mir brodelt, und sage klar: "Wir sind ausschliesslich Safe unterwegs! Auch mit den Nimmersatten, auch im Urlaub....... wenn wir uns schon sexuell wilder ausleben als die meisten Menschen, wollen wir das Risiko so gering wie möglich halten." Kommentarlos streift er sich erneut ein Kondom über, küsst mich, streichelt mich und versinkt tief in meiner Vagina. Hemmungslos geniessen wir Sex, fliessen von einer Stellung in die nächste, ausdauernd und geil, trotzdem komme ich bei diesem Herrn einfach nicht richtig! Keine Ahnung warum. Wir liegen beieinander, eigentlich ist alles stimmig, Küssen und Streicheln fühlen sich entspannend an. Langsam lassen wir die Begegnung ausklingen. Er verlässt den Raum und kommt wenig später mit einem Glas Wasser zurück. Dankbar nehme ich das Getränk an. "Ich war in der Küche. Meine Frau liegt auf dem Küchentisch und Dein Mann vög........ sie!" Mein Blick ist starrend auf den Herrn gerichtet, in meinem Hirn tobt ein Gedankensturm: Wieso hat mein Mann am Küchentisch stehend Sex? Das ist mit seiner Behinderung nur mit einem immensen Kraftakt möglich und ganz sicher nicht im Sinne meines Mannes. So kann er sich unmöglich genug lustvoll bewegen, dass er einer Lady den höchsten Genuss schenken könnte. Seltsam, der heutige Abend ist irgendwie seltsam.

Ich geh mich duschen, ziehe mich langsam an und begleite meinen Tauschpartner nach unten. Als ich die Küche betrete, sitzen mein Mann und die Lady angezogen am Küchentisch und trinken plaudernd ein Glas Wasser. Küssend begrüsse ich meinen Mann und so langsam treten wir den Heimweg an. Auf der Fahrt sprechen wir über diese Begegnung. Für ihn war es ebenfalls seltsam. Anstatt sich ins Sofa zurückzuziehen, bevorzugte die Lady eine Begegnung auf und am Küchentisch. Einmal sei er draufgesessen und habe einen gefühlvollen Blowjob genossen und dann legte sich die Lady drauf und wollte oral verwöhnt und anschliessend genommen werden. Fragend sage ich nur ein Wort: Anstrengend!? Mein Mann verdreht die Augen und antwortet: "Du machst Dir keinen Begriff!" Wir sind etwas unentschlossen und nach einem intensiven Abwägen des "Für und Wider" entscheiden wir, mit den beiden einen zweiten Versuch zu starten. Und zwar diesmal bei uns zu Hause. Es war eigentlich gut und doch holprig. Wir wollen wissen, ob eine zweiten Begegnung erfüllender ist, jetzt wo wir uns schon etwas kennen. Diese Entscheidung wird uns am nächsten Tag abgenommen. Wir erhalten ein ehrliches Mail: Für die beiden sei zu wenig Feuer spürbar.

Wir sind dankbar für das ehrliche Statement! Weiteres Nachdenken erübrigt sich. Ob es schlussendlich an ihrer Vorliebe für Jüngere, an der Optik, am Handycap, an der Kompatibilität, am "Only-Safe" oder an meinem direkten, frechen Mundwerk gelegen hat, ist schlichtweg egal.

Ach ja, als ich meinem Mann erzähle, dass die Nimmersatten mit den beiden ohne Kondome verkehren, bleibt ihm erst mal der Mund offen stehen. Er meint dann nur: "Zum Glück ist das zwischen uns geklärt. Als Dom habe ich eh die vollständige Kontrolle über die kleine waghalsige Sub."