Erste private Swingerparty

Das Profil ist erstellt. Wir haben gemeinsam entschlossen: nur ästhetische, erotische Fotos kommen in die öffentlichen Alben und unsere Gesichter werden nicht abgebildet sein. Pornographische Fotos sind tabu, Bilder unserer Geschlechtsteile wandern ganz sicher nicht durch das virtuelle Netz.

Nun besuchen wir die Profile, einige spannende, einige sehr erschreckende, einige langweilige! Es gibt solche, die beim Lesen ein Kribbeln auslösen, andere, die das Gegenteil verursachen. Eine neue Welt. Ich lese die Texte genau, versuche etwas über die Beweggründe der Paare heraus zu finden. Ich merke, das mein Mann die Profile nach den Fotos der Ladies einstuft, ob sie ihn anmachen oder nicht. Ich sortiere dieses Verhalten als männliche Zielstrebigkeit ein.

Dann haben wir das erste Kennenlerndate. Ich habe keine Ahnung, wie der Dresscode dazu Usus ist. Kaffeetrinken in einem Gartenrestaurant. Ich entscheide mich für ein kurzes Kleidchen und Highheels..... hallo, wir bewegen uns in der Erotik. Als wir das Paar treffen, bin ich definitiv overdressed, was mich selber mehr stört, als meinen Mann und den anderen Herrn. Ich versinke fast im Boden, als ich merke, das dieser sichtlich von mir angetan ist. Das soll ja der Sinn der Sache sein, aber real ist es ein bisschen erschreckend. Sie sind sehr nett, etwas zurückhaltend bei den Gesprächen, die Behinderung meines Mannes stört die beiden nicht. Nach zwei Stunden trennen wir uns, wollen per Swingerportal Kontakt halten und schauen, ob wir zu "mehr" bereit sind.

In unserem "Swingerpostfach" finden wir ein Mail von einem Paar in unserem Altersbereich. Wir erhalten eine Einladung zu einer privaten Party. Im Chat bombardiere ich sie mit Fragen. Sie sind freundlich, treffen einen guten Ton, unsere Neugierde wird geweckt. Wir erwähnen die Behinderung meines Mannes. Als Antwort kommt: "damit haben wir kein Problem!" Wir erfahren, dass etwa 6-7 Paare daran teilnehmen und ein Soloherr. Wozu ein Soloherr? Wir schreiben, dass wir es gut finden, wenn die Teilnehmer über die Behinderung informiert würden. Die Antwort kommt umgehend: "kein Problem! Swinger sind seeehhhr tolerant!" Unser Statement: "Wir kennen uns in der Szene nicht aus, aber Swinger sind auch nur Menschen. Jeder tut sich einfacher, wenn er sowas im Voraus weiss! Unsere Erfahrung!" "Nicht nötig, das klappt problemlos!"

Etwas skeptisch akzeptieren wir deren Aussage. Wir sagen zu, ich bin sowas von neugierig und nervös. Der Abend kommt! Ich richte mich hübsch und frivol her. Lederkleidchen, Bolero, halterlose Strümpfe, Highheels. Mein Mann schenkt mir einen hübschen, passenden Halsschmuck und legt ihn mir an, bevor wir fahren. Auf der Fahrt machen wir noch folgendes ab:

  • Sollte dieser Abend ein Flop werden, lassen wir uns nicht entmutigen. Wir starten auf jeden Fall weitere Versuche, diese neue Welt hat so viele Facetten zu bieten.
  • Wir bleiben heute Abend auf jeden Fall zusammen, keiner verlässt den anderen.

Die Ankunft ist sehr diskret und dadurch sehr beruhigend: Parkieren in der Tiefgarage, SMS an den Gastgeber, er empfängt uns freundlich, per Lift geht es direkt in das Gastgeberdomizil. Wir treten in ein richtig edles Penthouse. Wauh, ich bin geplättet, schaue mich mit offenen Mund um. Einige Gäste sind schon da, es herrscht eine sehr ruhige Stimmung. Und ich bin schon wieder eindeutig overdressed! Nach und nach treffen die Paare ein. Mein Mann flüstert mir zu: "Meine Frau ist mit Abstand die hübscheste, attraktivste Lady in der Runde!" Ohhh, was für ein Kompliment. Irgendwie ist die Stimmung dubios, kaum Gespräche, kein humorvolles Miteinander, die Vorstellungsrunden sind auf das Nötigste beschränkt. Die Gastgeberin bittet zu Tisch, es gibt einen Teller Suppe. Ich versuche beim Essen ein Gespräch mit den Tischnachbarn, ausser ein kurzes "ja" oder "nein" kommt nichts! Hallo, was ist das? Ein stilles "Suppelöffeln" erfüllt den Raum. Als die Teller leer sind, sagt die Gastgeberin: "So wollen wir!" Ruckzuck erheben sich alle und gehen ins Wohnzimmer, wir bleiben am plötzlich leeren Tisch sitzen und schauen uns perplex an. Zögerlich erheben wir uns und folgen, im Wohnzimmer sind bei den anderen Gästen schon die Kleider weitgehend weg und auf der riesigen Sofalandschaft herrscht ein wildes Durcheinander.

Ok?? Was ist mit netten, lustigen Gesprächen, mit leisen Berührungen, mit knisternder Erotik, hochkochen der Energien??? Ich suche das WC, mein Mann geht sich mal umziehen. Das stille Örtchen ist besetzt, ich warte davor. Da kommt ein Herr zu mir und sagt ich solle doch mit ihm in die wilde Runde kommen. Mir schiesst es durch den Kopf: "Aha, sprechen willst Du nicht mit mir, aber poppen! Geht's noch?"

Ich bin ein höflicher Mensch, plaudere meine Gedanken nicht aus, und antworte: "Ich warte noch auf meinen Mann!"

Etwas später kommt mein Mann (mit der jetzt deutlich sichtbaren Behinderung) zu mir, gemeinsam betreten wir das laute Wohnzimmer! Ein Riesenruck geht durch die wild poppende Gesellschaft, konsternierte Gesichtsausdrücke, beschämtes Abwenden der Blicke, bis hin zur kompletten Ablehnung (wagt es ja nicht, euch hierher zu begeben), ohhhhh ja, die wohlgepriesene Swinger-Toleranz verlässt im Schweinsgalopp den Raum. Dann geht das Treiben weiter. Ich flüstere meinem Mann ins Ohr: "Heeee, wir sind hier, um Spass zu haben. Da hat es ein kleines, einsames Sofa, das ist unser Plätzchen." Ich ziehe ihn mit mir, wir kuscheln zusammen auf die Liege, beachten die anderen gar nicht mehr und fangen an, unsere Erotik, unser Liebe, unsere Berührungen zu geniessen. Einfach nur uns, unsere erotische Welt. Ein kleiner Mann kommt aus dem Getümmel, tritt zu uns heran und fragt höflich: "Darf ich die Lady berühren?" Mein Mann schaut mich an, ich nicke. Das erste Mal in meinem Leben berühren und streicheln mich zwei Männer. Der Herr macht es so ehrfürchtig, dass er mich kaum berührt. Sagt immer wieder, was ich für eine wunderschöne Frau sei. Ich berühre ihn auch. Es fühlt sich sonderbar an. So ein kleiner Mann (mein eigener ist 1.85 m und überragt mich um mehr als 20 cm). Mutig fasse ich seinen Penis an und halte den kleinsten in der Hand, den ich je gesehen habe. Hart und megaklein, ist das seine Erektion? Ok, das ist noch sonderbarer, aber Mutter Natur hat so scheinbar seine Launen. Der Herr geniesst meine Berührungen sichtlich. Seine Frau kommt hinzu, das erste Mal berührt mich eine Frau. Es fühlt sich fahrig und etwas grob an, ich mag es nicht sonderlich. Ich merke, es wird ruhig auf der angrenzenden Sofalandschaft. Mein Mann und ich sagen dem mitspielenden Paar Danke und gehen uns anziehen. Das war eindeutig genug für heute. Wir gehen zum Gastgeber, um uns zu verabschieden. Er sagt, er hoffe, der Abend habe uns nicht zu sehr schockiert, sie wissen halt was sie wollen und kommen dann auch zur Sache. Ich antworte: "Das ist eure Sache, eure Welt. Ich steh auf gute Gespräche, prickelnde Erotik, Zärtlichkeit, Sinnlichkeit, Ästhetik, Charme und als tolles Finale.... guten Sex. Ich habe heute Abend viel gelernt, was ich definitiv nicht brauche.... anonymer Gruppensex! Und eines will ich noch gesagt haben, die Sache mit der Toleranz gegenüber einer Behinderung: Swinger sind auch nur Menschen und alle hier im Raum waren überfordert!" Das sehe er nicht so. "Ohhh doch, eindeutig! Wir können Blicke und Gestiken deuten. Ich hoffe, dass ihr daraus auch eure Erfahrungen zieht."

Wir verlassen die Party, lassen die anderen nach der Pause ihre zweite Runde geniessen.

Der Lift fährt Richtung Tiefgarage. Mein Mann mustert mich intensiv und fragt: "Was meinst Du zu unserem ersten Swingerabend?" Ich schaue ihm tief in die Augen: "Ganz ehrlich? LANGWEILIG... TODLANGWEILIG!" Er lacht schallend los: "Meine Frau erlebt ihre erste wilde Swingerparty und ihr einziger Kommentar: Langweilig!" Er umarmt mich, küsst mich und sagt, ich sei seine Beste!

Zu Hause geniessen wir ausgiebig unsere Erotik, lieben uns innig und mit Gefühl!