Si, Mi Señor, yo obedezco!

17.11.2020

Bereits viele Monate geniessen wir einen sehr speziellen Dom-Sub-Kontext, der uns viel Feuer und Erfüllung erleben lässt. Oft stehen wir im schriftlichen Kontakt, in erster Linie schreibe ich als Sub meinem Dom die Gefühle, die ich in den BDSM-Spielen durchlebe. Unser Kontext lebt von der getroffenen Vereinbarung mit den Wünschen und Forderungen des Dom's und den Tabu's der Sub:

Die No-Go's der Sub

  • Gossensprache, derbe verbale Erniedrigung
  • Anspucken oder ins Gesicht schlagen
  • Hartes Brustbondage oder hartes Kneten der Brust
  • Spiel mit grosser Kälte
  • Zigarettengeruch

Alles, wirklich alles, was ausserhalb dieser fünf Tabu's möglich ist, liegt im Ermessen des Dom's. Die weiteren Regeln unseres Kontexts, ist der Anspruch meines Dom's, seine Gesetze, seine Anweisungen. Ich fühle mich sicher in dieser Symbiose, lasse mich vom Tiger gerne durch erotische Stunden leiten, über die Grenzen ins Neuland führen.

Der Tiger eröffnet mir, dass er sein Recht als Dom, mich mit einem Mitspieler zu teilen, einzufordern gedenke. Demnächst will er seine Sub in einer passenden Räumlichkeit zur Mitbenutzung freigeben, dem Spiel eine neue Dimension verleihen. In meiner Fantasie wandert ein solches Szenario schon länger herum, bewirkt ein heftiges Kribbeln, aber als ausformuliertes Ansinnen ist es eine ganz andere Hausnummer, die doch Respekt und einen leichten Angstschweiss auslöst.

Unser BDSM-Spiel bewegt sich in einer Art Rollenspiel. Dom und Sub führen im realen Leben mit ihren Ehepartnern eine Beziehung auf Augenhöhe. Lassen wir uns in die Symbiose fallen, übernimmt der Tiger die dominante Führung und ich werde seine willenlose Sub. Er hat mir den Subnamen «Malince» gegeben, den ich mit unglaublichem Stolz trage, mein Dom spricht mich mit Malinzìta pequeña an, bezeichnet mich oft als seine Aztekenprinzessin.

Immer mehr spüre ich, ich würde meinen Dom im Spiel sehr gerne angemessen begrüssen. Die Anerkennung seiner Führung mit einer würdevollen Anrede unterstreichen. Bei einem schriftlichen Austausch teile ich ihm diesen Wunsch in Form einer Bitte mit. Der Tiger schreibt mir, dass er keine Bezeichnung für «Dom» in der spanischen Sprache kenne. In Zukunft werde er die Rolle von «El Señor» einnehmen und seine Sub soll ihn mit «Mi Señor» ansprechen. Ohhh, das gefällt mir, das ist so aussergewöhnlich, wie es unser Spiel ist.

Und so habe ich mir im Nu eine Aufgabe eingebrockt. Natürlich belässt es «Mi Señor» nicht bei der Ansprache, sondern gibt mir einige spanische Kurzsätze zu lernen.

Bienvenido, Mi Señor - Buenas Dias, Mi Señor - Buenas Tardes, Mi Señor - Si, Mi Señor - Gracias, Mi Señor - Por Favor, Mi Señor - yo aprendo - yo obedezco - .........

Plötzlich kommen immer wieder spanische Sätze per WhatsApp, ich muss sie übersetzen oder Mi Señor sendet mir die Uebersetzung und ich soll mir die Sätze merken. Die spanische Sprache ist vom Wortklang her völliges Neuland für mich. In der Schrift kann ich hin und wieder Aehnlichkeiten mit dem Französischen entdecken, das ich aber auch schon jahrelang nicht mehr verwendet habe. Das ganze Spiel entwickelt sich spannend, aber sehr herausfordernd.

Eines Tages erhalte ich folgende Nachricht:

«Es hat sich ergeben, dass du in naher Zukunft den Eroberer von Mexiko Hernàn Cortès kennenlernen wirst. Er wird dich fordern. Du wirst den Eroberer ehrfurchtsvoll begrüssen, wie es für eine aztekische Prinzessin geziemend ist.

Das Eintreffen der Flotte ist ungewiss, du wirst es im Laufe der Woche erfahren.»

Ich antworte: «La Malinzìta pequeña wird gehorchen und sich den Befehlen von Mi Señor hingebungsvoll beugen. Sie möchte Euch erfreuen

Einen Tag vor dem Treffen erhalte ich diese wichtige Nachricht:

«Wir werden ein spannendes Spiel geniessen. Es ist eine Premiere für alle. Ich hole dich morgen um 10.00 Uhr ab. Folgende Anweisung wirst du befolgen:

  • Erscheinen in strassentauglicher Kleidung - Im Gepäck das Kleid der O, halterlose Strümpfe, Highheels
  • Haarfrei an den wichtigen Stellen
  • Reisetasche mit Spielzeug, die dein Mann gepackt hat - Reinschauen ist verboten
  • Dezentes Make-up, roter Lippenstift
  • Es besteht absolutes Orgasmusverbot ohne Erlaubnis, ab dem Moment der Abholung
  • Die Sub darf nur nach etwas fragen, wenn ich es erlaube»

Ich antworte:

«Yo aprendo. Su Malinzìta pequeña gehört Euch, mit Willen und Körper, ab dem Augenblick, wenn Ihr morgen vor sie tretet und anschaut.

Eure Sub wartet mit:

Kribbeln - Zappeln - Respekt - Leichter Angst - grosser Spannung - Verunsicherung - und einem Durcheinander der spanischen Wörter im Kopf

Der Gedanke an morgen lässt die Aztekenprinzessin sehr nass an der Stelle werden, die Euch sehr erfreuen kann.

Erwartungsvoll

Su Malinzìta pequeña»

Mir bereitet es sehr grossen Spass, dieses Spiel, fernab vom realen Leben und Alltag, ausleben zu dürfen. Mit Fantasie und Stil in eine Rolle zu schlüpfen, in die magische Welt der Erotik einzutauchen und sich jemandem völlig hinzugeben. Die Nacht versetzt mich in wilde Träume. Dieser ganze Austausch bringt das Kopfkino dermassen zum Rauschen, dass ich in grosser Erregung die Stunden im Bett verbringe, bis der Morgen anbricht.