Der Geiz des Tantrameisters

Immer wieder haben wir interessante Kontakte auf dem Swingerportal. Ein Austausch entsteht, ein allererstes, virtuelles Beschnuppern findet statt. Jeder Kontakt löst ein Abwägen, Hinterfragen und aufrichtiges Lauschen auf das Bauchgefühl aus. Neugierig stöbern wir durch ein Profil, das sehr bunt und facettenreich ist. Der schriftliche Austausch zeigt eine grosse Eloquenz. Sie outen sich als seit vielen Jahren aktive Swinger, reisen gerne und verbinden die Lust am Reisen mit Swinger-Abenteuern in allen Herren Länder. Partys auf Berghütten, Wochenurlaube auf Swinger-Segelschiffen, Aufenthalte in Swingerhotels, Gruppenurlaube auf Fincas, etc. sind ihre bevorzugten Ferienaktivitäten. Das Paar hat erstaunlich vieles auf ihren erotischen Reisen ausprobiert. Beide sind aktive Tantriker, der Herr ist sogar Tantrameister und bietet Tantramassagen als Dienstleistung an. Ich denke mir, da muss ich mir keine Sorgen machen, der weiss, wie er eine Frau berühren muss, wie er die weibliche Libido erwecken kann. Alle vier sind an einem unkomplizierten Kennenlernen sehr interessiert, die Behinderung meines Mannes stört das Paar nicht, so findet man auch irgendwann einen passenden Termin. Meine Spannung auf einen Tantrameister steigt.

Am vereinbarten Nachmittag bereite ich im Miniröckchen, mit Halterlosen und auf Highheels in der Küche einen Imbiss zu. Mein Mann und ich sind frisch geduscht, seidenweich rasiert und piekfein herausgeputzt. Also sollte das Paar nicht passen, wissen wir, dass wir voller Lust übereinander herfallen werden, so lecker finden wir gerade unseren eigenen Partner.

Es klingelt. Erwartungsvoll öffnen wir die Türe und ein sympathisches Paar steht vor uns. Freudestrahlend und mit einer herzlichen Umarmung begrüssen wir uns. Zu viert nehmen wir am Tisch Platz, ich serviere den kleinen Imbiss und sofort finden wir interessanten Gesprächsstoff und wir beschnuppern nach und nach das Gegenüber. Ich merke, der Tantrameister macht mich als Mann sehr an, mein Körper reagiert deutlich. Als wir die Sachen zurück in die Küche tragen, werfe ich meinem Mann einen Blick zu und er flüstert: "Es ist nicht WOW, aber das klappt!" So machen wir den Gästen deutliche Avancen und nehmen zustimmende Signale wahr. Nach zwei Jahren Swinger-Erfahrung wissen wir immer mehr, die Körpersprache und die Zeichen richtig zu deuten.

Mit dem Tauschpartner ziehen wir uns zurück. Wir küssen einander. Das ist sehr, sehr stimmig, meine Erregung steigt deutlich, Nässe macht sich zwischen meinen Schenkeln breit. Kleidungsstück für Kleidungsstück ziehen wir uns gegenseitig aus, berühren die Haut des Gegenübers. Es fühlt sich sehr gut an und wir lassen uns auf das Bett sinken. Genussvoll nehme ich seine sehr pralle Erektion in den Mund, lasse sie sinnlich hinein und hinausgleiten. Meine Hand massiert den Schaft, die Zunge umschmeichelnd die pulsierende Eichel, die Lippen streicheln sinnlich über das sensible Bändchen der Vorhaut. Der Tauschpartner ist definitiv von der Natur grosszügig beschenkt worden und ich geniesse einen aussergewöhnlich grossen Penis. Mit viel, viel Zeit spiele und verwöhne ich seine stattliche Männlichkeit, lasse ihn ausgiebig meine Zuwendungen auskosten. Ich freue mich, dass ich wahre Verzückung im Gegenüber auslösen kann.

Er legt mich auf den Rücken, seine Finger wandern zu meiner Muschi und stellen die pure Erregung und Nässe fest. Schon stupst seine Eichel an meine Lustpforte und im nächsten Moment versinkt er tief in meiner Vagina. Ich bin erregt genug, dass es ohne Widerstand funktioniert, mein ursprünglichstes, mentales Frausein ist bitter, bitter enttäuscht. Die letzten zwei Jahre habe ich eins über mich selber gelernt: wenn meine Erregung mit wunderbarem Finger- und Zungenspiel intensiv weiter getrieben, an mir lockend stimuliert wird, bis alles, wirklich alles in mir schreit: "Ja, nimm mich!", dann resultiert daraus eine Dimension von Sex, die unfassbar geil ist. Ausgerechnet der Tantrameister macht eine egoistische Männerbefriedigungsnummer daraus. Mein Körper mag den Sex, geniesst die Bewegungen, das Ausgefülltsein und die erotische Energie steigt erstaunlicherweise. Zuletzt schweben wir gemeinsam zitternd am "Point of No-Return". Noch ein tiefer Stoss und mein Sexpartner explodiert in seinem Höhepunkt, kommt lange und sehr intensiv. Ich zittere immer noch kurz vor der Explosion, das Herz rast und ich spüre das erlösende Pulsieren, während sich seine Erektion ganz langsam zurückzieht. Meine Hand wandert zu den Venuslippen und zum Kitzler und ich streichle mich selber zum Ausbruch eines wunderbaren Orgasmus. Befriedigt liege ich da, mental fühle ich mich das erste Mal in meinem Leben benutzt. Ich befinde mich in einem sehr zwiespältigen und aufgewühlten Zustand.

Als langsam Leben in uns zurückkehrt, frage ich ohne Umschweife: "Ich kenne tantrische Berührungen und weiss, was sie in mir auslösen. Eine Yonimassage und mit der Zunge verwöhnt werden, sind ein Highlight für eine Lady. Wieso schenkt mir ausgerechnet ein Tantrameister nichts davon?" Mit grossem Erstaunen lausche ich seiner Logik: "Das eine ist Swingen, das andere ist Tantra. Tantra hat nichts mit Erotik zu tun, sondern ist ein Ritual von Zuwendungen und Berührungen!" Ich kontere: "Zuwendungen und Berührungen sind Bestandteil für beides!" Er antwortet: "Grundsätzlich schon, aber das eine ist für mich Sex und Swingen, also Freizeit. Das Tantrische wird bei mir gebucht und bezahlt. Ein Tantraritual braucht viel Vorbereitung, viel Aufwand und ist eine Dienstleistung." Langsam werde ich leicht angesäuert: "Swingen und Sex ist ein Geben und Nehmen, eine Schenken von beiden Seiten, und zwar so, dass beide das Maximum an Spass haben. Das ist meine Meinung. Und wenn ein Mann schon weiss, wie er einer Frau einen unvergesslichen Genuss bereiten kann, dann soll er es auch tun!" Salopp antwortet er: "Was hast Du für ein Problem, wir hatten ja beide einen Höhepunkt!" Ich steh auf und sage kühl: "Danke." und in Gedanken füge ich hinzu: "Du arroganter Vollpfosten!" Ich gönne mir eine entspannende Dusche, um mich wieder zu erden, und gehe anschliessend ins Wohnzimmer. Dort sind die Sexgeräusche auch bereits länger verstummt. Weder das Gesicht meines Mannes noch das seiner Tauschpartnerin zeigen Glückseligkeit. Ich lasse, trotz meiner leichten Rage, weiterhin Höflichkeit walten, denn es ist nicht angebracht, hier unnötig Geschirr zu zerdeppern. Sehr schnell packen der Tantrameister und seine Lady ihre sieben Sachen zusammen und verabschieden sich freundlich. Der Meister raunt mir am Schluss doch tatsächlich ins Ohr: "Gerne wieder! Du bist eine sehr geile Frau!" Ich schweige.

Kaum sind wir alleine, atmen wir erst Mal tief durch. Mein Mann legt als erstes los: "Im Grunde sind das sehr, sehr nette Menschen. Es war ein toller Abend, bis ich versucht habe, mit der Lady in der Erotik zu versinken. Alles, was ich gemacht habe, war in ihren Augen falsch. Da will sie nicht berührt werden, dort darf ich nicht anfassen, so ist es zu fest, das ist zu wenig, blablabla!" Ich umarme ihn ganz fest und sage tröstend: "Mach Dich nicht verrückt. Wenn es nicht kompatibel ist, schafft es keiner, irgendwas richtig zu machen!" Fragend schaut er mich an: "Und bei Dir?" Ich antworte schlagfertig: "Dieser Tantrameister bezahlt für MEINEN nächsten Blowjob 150.00 Franken!!!! Das garantiere ich Dir!" Mein Mann lacht schallend los, drückt mich fest an sich und wartet auf eine Erklärung für dieses Statement.

Die bunten Facetten im Swingerleben haben wieder mal zugeschlagen.