Das Leben in der magischen Welt der Erotik

10.12.2023

Nun bewege ich mich seit bald sieben Jahren mit meinem Mann in einer offenen Beziehung und in der Swingerszene. Wir hatten viele Begegnungen, Kennenlerndates, gemeinsame Wege mit Paaren, berauschende und enttäuschende Erlebnisse. Einig sind wir uns, wir wollen diesen Weg weitergehen, Monogamie hat in unserem Leben keinen Platz mehr.

Nun fasse ich die Entwicklungen und Freundschaften der letzten Jahre zusammen:

Die Tiger:

Die Tiger sind seit August 2018 bis heute unsere intensivste Freundschaft. Die erotischen Magnete sind bei allen vieren unglaublich stark. Wir merken, es ist bereits zu einer Beziehung in Polyamorie gewachsen, mit all den wunderschönen Seiten und den grossen Herausforderungen einer solchen Liebe. Mit Ehrlichkeit, Vertrauen und Gesprächen versuchen wir, Unstimmigkeiten auszuräumen, bevor sie zu einem Problem heranwachsen, die vielen Charaktere zu akzeptieren, wie sie sind. Wie man in all den Geschichten nachlesen kann, experimentieren wir seit Beginn mutig und wild in dieser Freundschaft. Gemeinsamer Urlaub und Clubbesuche, Erotik in getrennten Räumen, Übernachten mit dem Tauschpartner, Tauschpartnertage, Liebe zum eigenen Partner und zum Tauschpartner, Gefühle, Ausflüge und Erlebnisse zu viert, BDSM zwischen dem Tiger und mir…. Unglaublich vieles haben wir erlebt und genossen. Wir sind gespannt, was die Zukunft noch bringen wird.

Die Jäger:

Die Jäger sind zu unseren Freunden geworden. Auch mit ihnen haben wir viel erlebt, den Partnertausch intensiv und erfüllend ausgelebt. Die gemeinsame Zeit wurde zwischendurch mit Clubbesuchen bereichert. Wir haben sie sehr liebgewonnen. Zu unserem Bedauern hat sich seit unserem letzten Treffen der Gesundheitszustand des Jägers massiv verändert. Er braucht nun die Kraft für den Kampf gegen Schmerzen und Krankheit. Die beiden haben sich aus der Swingerszene vollständig zurückgezogen. Nach wie vor verbindet uns eine schöne Freundschaft, aber vollständig ohne Erotik. Wir sind zu Muggel-Freunden geworden.

Das Namasté-Paar

Sie sind zu guten Freunden geworden. Die Lady und mein Mann spürten bei jedem Treffen eine grosse Anziehung, hatten sehr wilden Sex bis zum BDSM. Mr. Namasté konnte mich oft durch sein einfühlsames, tantrisches Spiel verzaubern, obwohl die sexuelle Anziehung sehr, sehr gering ist. Nun haben wir erfahren, dass sich die beiden getrennt haben. Ich wusste, dass sie Bi war. Wir haben es nie miteinander ausgelebt, denn ich bin nicht Bi. Lieb umarmen, küssen, festhalten und streicheln haben wir immer miteinander genossen. Da ich nicht Bi bin, ging es nie über das liebevolle Freundschaftliche hinaus. Jetzt hat sie sich in eine Frau verliebt und sich von allem zurückgezogen. Aus der Swingerszene, aus dem BDSM, von ihrem Mann und lebt nun ihre Liebe mit einer Frau aus.

Die Nimmersatten:

So intensiv wir uns am Anfang auch getroffen haben, welches Feuer wir zu Beginn erlebt haben, waren für mich die Treffen, die vielen Unstimmigkeiten im Laufe der Zeit immer anstrengender und zermürbender. Von den beiden habe ich mich Ende 2021 getrennt. Lady Nimmersatt ist meinem Mann bis heute als Sub erhalten geblieben. Die beiden treffen sich regelmässig für ein BDSM-Spiel und das geht für mich in Ordnung. Mr. Nimmersatt ist bis jetzt sauer und enttäuscht, weil ich mich aus der Viererkonstellation verabschiedet habe, ich ihn stehen gelassen habe. Wenn mein Mann mit der Lady spielt, habe ich kein Problem damit, aber ich möchte beide Nimmersatten nicht mehr treffen.

Die Biker:

Die beiden haben wir für ein Sechser-Date im Club getroffen. Von Beginn an hatte der Biker mit mir und meiner Art der Erotik ein Problem. Bei einem Treffen zu sechst (Tiger, Biker und wir) im Sommer bei uns war ein Durchtauschen zu sechst stimmig. Beim nächsten gemeinsamen Clubbesuch lehnte mich der Biker wieder ab. Mit den Tigern haben sie noch freundschaftlichen Kontakt, mein Mann und ich haben nichts mehr von ihnen gehört oder gelesen. Unsere Wege haben sich getrennt.

Die Spontanis:

Die neue Bekanntschaft mit den Spontanis war freundschaftlich superschön, die Erotik hingegen sehr zäh. Nach zwei Versuchen haben wir das Gespräch mit den beiden gesucht und ihnen erklärt, dass die Erotik für uns nicht stimmig ist. Wir haben uns zwischendurch freundschaftlich getroffen, gemeinsam ein Fest oder ein Restaurant besucht und eine wirklich lustige Zeit erlebt. Ohne Erotik ist es mit den beiden wirklich unglaublich eloquent und spassig.

Kennenlerndates mit Paaren

Wir haben viele Dates erlebt. Immer wieder sind wir neugierig geworden, haben Paare zu einem Grillabend zu uns eingeladen, uns zu einem Event, im Club oder zu einem Dinner im Restaurant getroffen. Wenn es für einen einzigen der vier beteiligten Personen nicht stimmig ist, funktioniert es nicht. Wie bereits bei den Spontanis beschrieben ist der eloquente und freundschaftliche Aspekt oft sehr stimmig, aber kein Feuer der Erotik entfacht. Ich habe niemals jedes einzelne Kennenlerndate in meinem Blog veröffentlicht, da würde ich nicht fertig werden. Die meisten haben nicht funktioniert und die Wege haben sich unverrichteter Dinge getrennt. Trotzdem lassen wir uns nicht entmutigen, sind immer unvoreingenommen neugierig, Paare kennenzulernen und hoffen darauf, dass wir wieder einmal einen Volltreffer landen können.

Schade ist, wenn die Ladys einem Treffen zustimmen, obwohl sie meinen Mann gar nicht begehren. Entweder wollen sie ihrem Mann einen Gefallen tun oder sie werden sogar vom Mann unter Druck gesetzt, weil er mich "ficken" will, oder sie machen tatsächlich die Beine breit, weil sie nicht fähig sind, ein Nein auszusprechen. Das führt zu sehr frustrierenden Begegnungen, die niemandem etwas bringen. Darüber werde ich sehr sauer, fühle mich verletzt und benutzt, wenn ich es merke. Es gilt die goldene Regel, entweder finden es alle vier geil oder man lässt es.

Mein Mann und Miss Pretty

Als mein Mann für einen Männerurlaub in einem Flughafen-Hotel übernachtet hat, begegnete ihm in der Hotelbar eine süsse Lady. Sie verbrachten einen schönen gemeinsamen Abend an der Bar und führten wunderbare Gespräche. Da es mit mir nicht abgesprochen war, hatte er keine gemeinsame Nacht mit ihr verbracht, sondern die Handy-Nummern ausgetauscht, um nach dem Urlaub Kontakt aufnehmen zu können. An diesem Abend an der Bar hat er ihr erzählt, dass er schon 20 Jahre verheiratet sei, in einer offenen Beziehung lebe, er niemals seine Frau verlassen würde, aber für eine Affäre offen sei, er oft beruflich in ihrer Nähe zu tun habe. Ein Date wäre sicher möglich, sobald er mit mir gesprochen habe. Sie hat noch nie gehört, dass es so eine Beziehung tatsächlich gibt und hat ihn neugierig, aber mit grossen Augen angekuckt.

Kaum war er am Urlaubsort eingetroffen, hat er mich angerufen und von dieser Begegnung erzählt. Er hat mich gefragt, ob er zur richtigen Zeit diese Lady treffen könne. Ich fand es ungeheuer loyal von meinem Mann, dass er wirklich die Nacht alleine geblieben ist… trotz der grossen Verlockung. So habe ich ihm versprochen, dass er die Lady besuchen dürfe, wenn ich davon weiss.

Als er nach dem Urlaub beruflich in ihrer Gegend war, hat er sie tatsächlich besucht und eine sehr heisse Nacht erlebt. Seit dieser Zeit treffen sie sich immer wieder für Freundschaft und Erotik. Trotz der enormen Anziehung kommt er immer wieder zu mir zurück, zufrieden und glücklich. Im Leben gehört er mir. In den Auszeiten geniesst er Gespielinnen.

Es hat sehr, sehr lange gedauert, bis sie bereit war, mich kennenzulernen. Ich war überaus neugierig, ihre Bekanntschaft zu machen, Miss Pretty war supernervös. Von Beginn an war sie mir sympathisch, eine sehr liebe Person mit viel positiver Energie. Ich gönne sie meinem Mann. Für mich ist die Welt in Ordnung. Polyamorie lässt grüssen.

Es gibt dazu ein wunderbares Sprichwort:

Was Du innig liebst, lasse frei

Kommt es zurück

Ist es für immer Dein.

Junge Männer

Ich merke, für junge Männer sind ältere Frauen in ihrer Fantasie überaus verlockend. Sehr viele schreiben mich an, wünschen ein wildes Abenteuer mit mir. Die erfahrenen Menschen wissen, dass Fantasie und Realität nicht so viel gemeinsam haben. Männer bis 35 Jahre kommen für mich überhaupt nicht in Frage. Da hätte ich das Gefühl, mit meinem Sohn Sex zu haben. Eine Vorstellung, die schon fast beängstigend ist. Diese jungen Männer stehen bei mir unter "Welpenschutz". Zwischendurch hatte ich Kennenlerndates mit jungen Männern zwischen 35 und 40 Jahren. Für mich immer noch sehr jung. Vor allem die Herrn Mitte 30 sind in den Gesprächen doch sehr weit von mir entfernt. Da vermisse ich oft eine gewisse Reife. Einmal hatte ich ein Kennenlerndate mit einem sehr hübschen jungen Mann. Als ich ihn fragte, ob er sich tatsächlich vorstellen könne, mit mir in die Erotik zu versinken, hat er geantwortet: "Aber sicher." Bei diesem Austausch habe ich ihm ganz tief in die Augen geblickt und ihm geantwortet: "Deine Augen sagen gerade etwas anderes als Dein Mund." Er hat nichts erwidert und betreten zu Boden geblickt. Sehr schnell habe ich gemerkt, dass er mich nur getroffen hat, um auf dem Swingerportal als "persönlich bekannt" gevotet zu werden. Ich habe innerlich geschmunzelt, mich doch etwas über die eingesetzte, kostbare Freizeit geärgert, aber ihm schlussendlich das Voting gegeben. Egal, ich werde den Herrn nie mehr wiedersehen.

Mit zwei jungen Herren habe ich mich tatsächlich in die Erotik gewagt. Das erste Sextreffen war zuerst sehr stimmig. Wir küssten und streichelten uns. Kaum haben wir uns gegenseitig ausgezogen, ist die Erotik völlig erloschen. Er hatte keine Ahnung, wie man eine Lady berührt und in die Erregung lockt, hatte Null-Zugang zur Sinnlichkeit, konnte meinen Hinweisen nicht folgen oder meine Zuwendungen geniessen. Er hat mir gestanden, dass er sehr oft Pornos konsumiere und ihm der visuelle Reiz fehle. So habe ich ihn angeschaut und erklärt: "Wir brechen hier das Treffen ab. Es trägt niemand eine Schuld. Wir sind schlichtweg sexuell nicht kompatibel. Das hat nichts damit zu tun, dass ich Dich als Person nicht schätzen würde. Trennen wir uns freundschaftlich. Ok?" Wir waren beide sehr froh, als sich unsere Wege trennten.

Das zweite Treffen mit einem jungen Herrn war ganz speziell. Wir wollten beide etwas Besonderes erleben. Ich hatte auf einem Campingplatz ein "PODHouse" reserviert. Eine ganz besondere Location. Es war vereinbart, dass ich nackt mit verbundenen Augen dort auf den Herrn warte. Wenn er eintrifft, schaut er nicht in meine Richtung, wendet sich auf die andere Seite, entkleidet sich ebenfalls und verbindet sich die Augen. So haben wir uns einander genähert, ertastet, erkundet, gefühlt, geküsst, versucht zu erregen. Das Szenario an sich war ein unglaublicher Kick. Obwohl ich sehr schnell gemerkt habe, dass etwas nicht ganz stimmig war, liess ich die Situation laufen. In mir war die Hoffnung, dass sich das Feuer irgendwie entwickeln wird. Zu guter Letzt haben wir auch dieses Treffen abgebrochen. Er fand mich nicht attraktiv, ich ihn schlussendlich vom Geruch und Fühlen her NEUTRAL. Er war ein extrem sportlicher, drahtiger Mann, was für mich zum Anfassen nicht erotisierend wirkt. Alles zusammen war zu wenig für heisse Erotik. Unsere Wege haben sich freundschaftlich getrennt. Ich habe alleine im PODHouse übernachtet und bin am Morgen nach Hause gefahren.

Das skurrilste Kennenlerndate war mit einem Herrn um die 40. Wir hatten einen spannenden Austausch und schlussendlich telefoniert. Normalerweise telefoniere ich nicht mit den Herren. Er hat mich vieles gefragt: Was ich mag, zu was ich bereit bin, ob ich experimentierfreudig bin. Zu allem habe ich geantwortet: "Das kommt darauf an, ob ein Herr meine Libido mit Berührungen erwecken kann. Berühren ist Kunst." Der letzte Satz ist einer meiner liebsten weisen Sprüche.

Wir vereinbarten für ein Kennenlernen einen kleinen Spaziergang. Als ich am Treffpunkt eintraf, die Autotür öffnete, um die Wanderschuhe anzuziehen, stand der Unbekannte vor mir, beugte sich zu mir in den Wagen und küsste mich fordernd. Ich war total überrumpelt. Als er sich endlich von mir löste, sagte ich erstmal "Hallo". Es war ein hübscher Mann. Definitiv. Wir gingen plaudernd den Spazierweg entlang, der in den Wald führte. Kaum waren wir ausser Sichtweite, wendete er sich mir zu. Ich entscheide ja über das Küssen, ob ich mehr will oder nicht. Der Typ zog mich zu sich, küsste mich fordernd, seine Hand schob sich übergriffig zwischen meine Schenkel. Sofort wehrte ich ab, stiess ihn etwas auf Abstand und erklärte: "Das brauche ich gar nicht. Sanft streicheln, langsame, liebevolle Berührungen… dann kommt mein weiblicher Körper auch mit." Er schaute mich an, kam langsam auf mich zu. Ich legte die Arme um seinen Nacken, küsste sanft. Sofort wurde er heftig, knetete meinen Po wie einen Brotteig, rieb seine Erektion an der Weiblichkeit, küsste hart und steckte seine Zunge in meinen Mund. Wieder stiess ich ihn von mir: "Nein, so geht das nicht." Er wendete sich wütend ab und sagte laut: "Das brauche ich nicht. So können wir grad aufhören und die Sache vergessen." Er stapfte davon und liess mich stehen. Etwas verdattert und verpeilt ging ich zu meinem Wagen zurück. Auf der Heimfahrt musste ich das Erlebte erst mal verarbeiten und war über die Gewissheit froh, diesen Typen nie mehr sehen zu müssen. Ich bin keine verfügbare Prostituierte, die für den Überdruck der Männer zuständig ist. Der junge Mann hat im Umgang mit Frauen, mit seiner Einstellung zu Frauen ein ernstes Problem.

Trotz all der Erfahrungen sind es die heissen, schönen Stunden, die es wert sind, sich in die magische Welt der Erotik zu stürzen. Die Freundschaften, die entstehen, die Abenteuer, die man erlebt, sind sehr kostbar. Manche Verbindungen gehen zu Ende, neue entstehen… ein Wandel, der im Leben immer stattfindet. Bei Freundschaften Plus Erotik ist es noch intensiver, sowohl positiv wie negativ. Nur die Mutigen reisen mit allen Konsequenzen durch diese Welt.