Cap D'Adge 1. Teil

09.08.2022

Ein eigentlich unmoralisches Angebot

Schon länger kennen mein Mann und ich Mr. Mystik. Einige Abenteuer durfte ich mit ihm erleben und in grossen Abständen treffen wir uns für einen erotischen Austausch, aber auch immer mal hocken wir freundschaftlich und muggelig zusammen, wenn er in der Nähe zu tun hat. Nach dieser längeren Freundschaft ist mir seine Art der Erotik bekannt, das Zusammensein unkompliziert. Mein Mann plant einen längeren Männerurlaub und wird diesen Sommer für über vier Wochen mit einem Kumpel unterwegs sein.

Eines Abends sitzt Mr. Mystik bei uns zum Kaffee und sagt: "Ich habe mal eine Frage an euch beide." Neugierig spitzen wir die Ohren. "Ich würde gerne nach Cap D'Adge reisen und Urlaub auf der grössten Swinger- und FKK-Anlage Europas machen. Aber nicht als Single-Man." Nun richtet er sich direkt an meinen Mann: "Du bist über vier Wochen unterwegs. Dürfte mich in dieser Zeit deine Frau für ein paar Tage nach Cap D'Adge begleiten?" Ui, jetzt schnappe ich nach Luft. Es ist eine ehrliche und offene Anfrage, aber der Gedanke, mit einem anderen Mann in den Swingerurlaub zu reisen, ist doch beunruhigend und irgendwie völlig verrückt. Mein Mann ist gerade auch überfordert und antwortet: "Jetzt hast Du mich überrumpelt. Keine Ahnung, was ich davon halten soll. Meine Frau und ich müssen diese Idee erst verdauen, werden es in Ruhe besprechen und uns dann in den nächsten Tagen bei Dir melden. OK?" Selbstverständlich ist das für Mr. Mystik in Ordnung. Ich habe das Gefühl, er ist schon froh, dass wir die Anfrage nicht in den falschen Hals bekommen haben.

Wenn man nicht swingt, keine erotischen Freundschaften pflegt, nicht polyamor ist, beschäftigen einem viele Probleme nicht und man muss sich mit einer grossen Zahl von Gesprächen und Entscheidungen gar nicht auseinandersetzen. Das Leben ist dann sehr einfach, aber auch wesentlich langweiliger. So besprechen wir die nächsten Tage das Angebot. Ich weiss, dass mich mein Mann niemals zu Hause einsperren oder mir Erlebnisse verbieten würde, während er sich seine Wünsche grosszügig erfüllt. Für ihn ist es nicht von Belang, ob Wünsche mit Erotik oder mit reiner Abenteuerlust zu tun haben. Wir leben beide nach dem Motto: "Wir haben keine Angst vor dem Tod, sondern davor, niemals gelebt zu haben. Das Leben ist zu kurz, um sich Träume nicht zu erfüllen. Und eigentlich bereuen wir nur die Sünden, die wir nicht begangen haben." Cap D'Adge ist das Mekka für FKK-Liebhaber und Swinger. Ich habe Berichte darüber gelesen und viele Erzählungen von befreundeten Swingern gehört. Alle sagen dasselbe: Das muss man einfach mal gesehen und erlebt haben. Eine komplett verrückte Welt. Nach vier Jahren in der Swingerwelt, kann so ein Ort meine Neugierde selbstverständlich extrem entfachen.

"Willst Du mit Mr. Mystik nach Cap DAdge reisen?" fragt er mich. Ehrlich antworte ich: "Ich würde es gerne mit Dir tun." Er lächelt und sagt: "Das ist die nächsten zwei Jahre sicher nicht möglich. Also musst Du nicht darüber entscheiden, sondern, ob Du mit Mr. Mystik fahren möchtest oder nicht." Ich erkläre: "Sicher ist es reizvoll, hier rauszukommen, etwas ganz Unbekanntes entdecken zu können und als Swinger den Swinger-Sündenpfuhl Europas erleben zu dürfen. Wie Mr. Mystik und ich die Tage miteinander klarkommen, können wir zum Voraus auch nicht wissen, müssen wir auf uns zukommen lassen. Probiert man es nicht, weiss man es nie. Gewagt ist es auf jeden Fall."

Schlussendlich vereinbaren wir, dass ich Mr. Mystik zusagen soll. Ich soll die Solozeit auskosten und mein Abenteuer erleben dürfen. Ein paar wichtige Regel werden getroffen:

  • Es wird niemandem davon erzählt. Es sind ausschliesslich die Beteiligten eingeweiht, also mein Mann, Mr. Mystik und ich. Keine Swingerfreundschaften, keine Bekannten oder irgendwer wird Bescheid wissen. Meine Schwester ist die Einzige, die wir einweihen. Sie ist mein Alibi. Ich werde mit ihr verreisen, ein paar Urlaubstage mit ihr verbringen und dann direkt zu Mr. Mystik weiterreisen. Meine Schwester wird ebenfalls im Urlaub bleiben und mich dahingehend decken, dass ich die gesamte Zeit mit ihr zusammen war.
  • Mr. Mystik darf keine Fotos oder Schnappschüsse von mir machen, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis. Ich werde weder nackt noch in der frivolen Umgebung auf seinem Handy verewigt.
  • Auch er unterliegt der Schweigepflicht, wird niemandem erzählen, mit wem er in Cap d'Adge die Zeit verbracht hat.
  • Mr. Mystik muss meinem Mann versprechen, sehr gut auf mich aufzupassen, dass ich wohlbehalten aus dem Sündenpfuhl zurückkehren werde.

Mr. Mystik ist mit allem einverstanden, mein Mann und ich sagen seiner Anfrage zu. Er hat nun eine Begleitung für ein paar Tage Cap D'Adge.

Mein Mann verreist in den Männer-Urlaub, ich verabschiede mich im Geschäft und bei der Familie und fahre mit meiner Schwester in die Ferien. Wir haben eine sehr schöne, erholsame Geschwisterzeit, dann reise ich weiter. Mein Auto kann ich bei Mr. Mystik stehen lassen und ich setze die Reise in seiner Begleitung fort. Eine lange Fahrt in den Süden Frankreichs steht uns bevor, die wir ziemlich stressfrei bewältigen können. Am Nachmittag treffen wir in Cap D'Adge ein. Mr. Mystik hat ein Zimmer in einem Hotel ausserhalb der FKK-Anlage reserviert, da es wesentlich günstiger ist. Wir werden als Tagesgäste das FKK-Resort besuchen. Nach der langen Fahrt beziehen wir unser Zimmer und besuchen ganz muggelig mit Bikini und Badehosen den hoteleigenen Strand. Das Meer ist hier traumhaft sauber, angenehm kühl und wunderschön, der Strand tadellos. So verbringen wir den ersten Nachmittag in Südfrankreich mit Sonnenbaden und Schwimmen, erholen uns von der langen Autofahrt. Gegen Abend ziehe ich ein kurzes, sexy Kleidchen an und wir fahren neugierig zum berühmt-berüchtigten FKK-Resort.

Wir betreten eine faszinierende, uns völlig fremde Welt. Eine richtige FKK-und Erotik-Stadt auf einem riesigen Areal eröffnet sich uns, komplett abgeriegelt vom Rest der muggeligen Ortschaft. Endlos schlendern wir mit staunenden Augen durch die weitläufige Anlage und versuchen uns zurechtzufinden. Wir begegnen vielen, vielen nackten Menschen, die wie Gott sie schuf durch die Strassen spazieren, in Bar's und Cafe's sitzen, einkaufen oder Sport treiben. Wir streifen durch Zentren mit Restaurant's, Einkaufsläden, Bar's, Club's und vielen Erotik-Shops, die ein gewaltiges Sortiment an erotischer Kleidung, Fetisch, Toys aus allen erotischen Sparten anbieten. Egal, ob dein Herz für Swingen, Clubs, BDSM, Tantra oder was auch immer schlägt, hier findest Du alles, wirklich alles. Die Swingerhotels und das Camping-Areal auf dem Gelände dürfen nur von festen Gästen mit gebuchten Zimmern, Appartements und Campingplatz betreten werden. Wir haben keinen Zugang dazu. Uns begegnen Menschen in frivolen bis sexy, von Fetish bis BDSM-Outfits aller Art, Beringte, Tätowierte, Gepiercte, Dominas mit ihren Sklaven an der Leine, Dom's mit ihren Sklavinnen, die im Restaurant auf dem Boden Platz nehmen müssen. Je weiter der Abend fortschreitet, desto mehr entsteht ein regelrechtes Schaulaufen. Wir suchen uns einen Thailänder, dessen Menu-Karte vielversprechend aussieht, setzen uns hin und beobachten beim Abendessen das wilde, hemmungslose und tabulose Treiben um uns herum. Es ist so vieles erlaubt, da bekommt der Ausdruck "sexuelle Freiheit" eine ganz neue Bedeutung und einmalige Dimension. Die Preise für das Essen sind gesalzen, aber wenn es schmeckt, ist es auch gerechtfertigt. Frisch gestärkt schlendern wir durch die Shop's, stöbern durch die Regale und staunen. Ein hoch elegantes Kleid erregt meine Aufmerksamkeit. Es ist wunderschön gearbeitet und dementsprechend kein billiger Ramsch. Schweren Herzens lasse ich es im Shop, denn ich muss zuerst wissen, wie ich mit meinem Budget in diesem Urlaub zurechtkomme. Am späten Abend gönne ich mir in einer Bar als Abschluss dieses aufregenden Tages einen "Sex on the Beach". Das Zusammensein mit Mr. Mystik ist freundschaftlich und angenehm. Gegen Mitternacht kehren wir ins Hotel zurück, starten einen Versuch, im Zimmer in die Erotik zu versinken, merken, wir sind zu müde. So versinken wir wie ein altes Ehepaar nebeneinander in die Träume. Was für ein verrückter Ort, auf dem wir hier gelandet sind.